Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG)

Carl-von-Ossietzky-Straße 186, 09127 Chemnitz
 
Stand / Druckdatum: 09.12.2016

1990 bis 1999 | Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG)

 

 
 
 
 
 
 

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Die Neuausrichtung nach der politischen Wende

 
 
Megashuttle Erste Variobahn
 
 

1990

Unternehmen CVAG gegründet

1990 Linie 5 Annaberger Str.
Am 26. Juni 1990 wird die Umwandlung des VEB Nahverkehr Karl-Marx-Stadt in die Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) vollzogen. Die Umwandlung von einem volkseigenen Nahverkehrsbetrieb in eine Kapitalgesellschaft ist eine zwangsläufige und notwendige Entscheidung zur Gewährleistung einer attraktiven Personenbeförderung in Chemnitz. Die gesamte Unternehmensstruktur muss den neuen Verhältnissen angepasst werden. Bis zur Wahl des Aufsichtsrates wird der bisherige Betriebsdirektor, Gert Gottschalk, mit der Leitung des neuen Unternehmens beauftragt. Mit der Umwandlung wird ein neues Unternehmenslogo entwickelt. Es nimmt stilisiert den Stromabnehmer der Straßenbahn auf.

1990 beschäftigt die Chemnitzer Verkehrs-AG 1.453 MitarbeiterInnen, darunter 84 Auszubildende. Auf sechs Straßenbahnlinien und 27 Omnibuslinien werden im Jahr 100,2 Mio. Fahrgäste befördert. Dazu werden im Durchschnitt 136 Straßenbahnwagen und 149 Omnibusse täglich eingesetzt. Darüber hinaus wird 1990 begonnen, die Großflächenwerbung auf den Straßenbahnen und Bussen einzuführen.


Erste Hürden bewältigt

Die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse des Jahres 1990 beeinflussen den öffentlichen Personennahverkehr in unserer Stadt entscheidend und damit auch die Entwicklung des Unternehmens. Der extreme Anstieg des Individualverkehrs, die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und die Rahmenbedingungen für die Verkehrsdurchführung führen zu einem starken Rückgang der Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs. Gegenüber dem Vorjahr geht die Zahl der Fahrgäste um 22 Mio. zurück. Die Erhöhung der Attraktivität und Qualität des Verkehrsangebotes wird als wesentliche Voraussetzung für den weiteren Bestand des Unternehmens und den Erhalt der Arbeitsplätze gesehen. Dabei wird sich konsequent auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet. Die Chemnitzer Verkehrs-AG erhält in dieser problematischen Übergangszeit von Nahverkehrsunternehmen aus den Altbundesländern Unterstützung. So vor allem von der Rheinbahn AG aus der Partnerstadt Düsseldorf. Sie hilft materiell mit Fahrzeugen und Ausrüstungen sowie durch Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten an unsere MitarbeiterInnen.


Besondere Ereignisse in der Stadt

In das Gründungsjahr fallen auch das 825-jährige Stadtjubiläum und das 110-jährige Bestehen der Chemnitzer Straßenbahn. Nahverkehr zum Anfassen erleben die Chemnitzer in einer Festwoche. Zu diesem Anlass fahren im September letztmalig zwei Schmalspurstraßenbahnen (TW 15 und 251) auf dem Zentrumsring. Moderne Busse der Rheinbahn AG und ein neuer sechsachsiger Test-Stadtbahnwagen aus Oslo sind in den normalen Fahrbetrieb integriert. Das Fahrzeug aus Oslo verbleibt für erste Erfahrungen mit den neuen Fahrzeugsystemen bis Ende Januar 1991. Bevor die DM-Eröffnungsbilanz am 1. Juli 1990 steht, gilt es umfangreiche Bewertungen unter anderem von Anlagen, Vorräten, aber auch vom rollenden Material vorzunehmen. Erst damit ist die Basis für das Weiterarbeiten als Aktiengesellschaft geschaffen.


Veränderungen im Service zum neuen Jahrzehnt.

Auf die neue Reisefreiheit der Chemnitzer reagiert die CVAG in Zusammenarbeit mit Partnern aus den Altbundesländern und schafft das Tochterunternehmen Chemnitz Tours für den Reiseverkehr. Darüber hinaus werden die ersten drei Endstellen privat bewirtschaftet. Die erste Endstelle ist in Helbersdorf. Hier erhält man nun neben Fahrausweisen auch Getränke oder einen kleinen Imbiss.

 
 

Weitere wichtige Termine 1990:

  • 14.03. Gründung Chemnitz Tours
  • 23.03. Überführung von 14 Gelenkbussen der Rheinbahn AG Düsseldorf nach Karl-Marx-Stadt
  • Eintreffen letzter 12 brandneuer Ikarusbusse
  •  26.06. Umwandlung
  • VEB Nahverkehr Karl-Marx-Stadt in Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG)
  • 01.07. DDR-Währungsumstellung Mark in D-Mark.
  • 29.08. Ankunft Stadtbahn „Chemnitz“ aus Oslo für Testphase
  • 110 Jahre Straßenbahn – Jubiläumsfest
  • Zwei neue Mercedes-Gelenkbusse als Geschenk der Dresdner Bank
  • 14.12. Konstitution erster Aufsichtsrat
 
 
 
 
 
 

1991

Kundenorientierung steht im Vordergrund

Das erste Kundenbüro wird eröffnet – als direkter Ansprechpartner für Kunden und Vermittler vor Ort wird es in der Reitbahnstraße eingerichtet. Ab Juni hält die CVAG als neuen Service den persönlichen Fahrplan bereit. Vielfahrer erhalten für ihre Stammlinie und -haltestelle den jeweiligen Fahrplanausdruck. Dieser kann telefonisch unter der neuen Service-Nummer 2370-333 bestellt und im neuen Kundenbüro abgeholt werden.

Für unsere Fahrgäste werden in diesem Jahr 50 neue verglaste und beleuchtete Wartehallen aufgestellt. Weitere 250 sollen 1992 folgen. Ein entsprechender Vertrag zwischen der Stadt, der CVAG und der Deutschen Städte Reklame GmbH (DSR) schreibt die Nutzung und Ausstattung fest. Die Wartehallen sind mit Sitzgelegenheiten und neu mit Werbe- und Fahrplanvitrinen ausgestattet. Um den Fahrausweisverkauf zu unterstützen und zu erleichtern, werden die ersten drei Fahrausweisautomaten für Testzwecke an der Zentralhaltestelle, am Hauptbahnhof und an der Endstelle der Straßenbahnlinie 5 im Wohngebiet Fritz Heckert (Hutholz) aufgestellt. In den folgenden Jahren erhöht sich diese Anzahl kontinuierlich.

Um lange Fahrten angenehmer zu gestalten, werden Endstellen privat bewirtschaftet und verpachtet. Bis Ende Juli können sich Mitarbeiter für eine oder mehrere Endstellen bewerben. Bedingungen des Unternehmens sind u. a.: Gewerbegenehmigung, Umbau des Endstellengebäudes als Schank- und Speisewirtschaft mit öffentlichen Toiletten und Übernahme der Kosten, Verkauf von Fahrausweisen und Wertmarken, Mindestöffnungszeiten wochentags 07:00 bis 18:30 Uhr, Wochenende und feiertags 08:00 bis 16:00 Uhr. Vergeben werden unter anderem die Endstellengebäude Altchemnitz, Helbersdorf und Siegmar. Die innerbetriebliche Beteiligung ist gering.


Erneuerung des Fahrzeugparks startet


In diesem Jahr werden die ersten sechs MAN-Niederflurgelenkbusse nach neuem Standard bestellt. Anfang Dezember nehmen die ersten zwei Gelenkbusse den Liniendienst auf. Es ist der Beginn der Gesamterneuerung des Omnibus-Fahrzeugparks. Dabei wird auf Niederflurtechnik gesetzt, um insbesondere älteren und mobilitätseingeschränkten Fahrgästen den Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erleichtern. Die zwei MAN-Niederflur-Gelenkomnibusse nehmen den Fahrbetrieb auf den Buslinien 21 und 49 auf.


Erhöhte Kundennachfrage bei Zeitfahrausweisen

Entsprechend den Bestimmungen des Einigungsvertrages der Bundesrepublik Deutschland gilt 1991 eine Übergangsregelung, wonach der Tarif in seiner Grundform erhalten bleibt. Lediglich Einzelfahrpreise werden für eine Straßenbahnfahrt (0,20 DM) und für eine Busfahrt (0,25 DM) zum 1. März einheitlich auf 0,50 DM pro Fahrt angehoben. Diese Anhebung und der günstige Zeitfahrkartenpreis sowie die Tatsache, dass bisherige Fahrausweise nur noch bis Ende April gültig sind, rufen einen Ansturm auf den Fahrausweisverkauf hervor. Besonders an der Zeitkartenverkaufsstelle am Omnibuswendeplatz (Moritzhof) wird eine starke Fahrgastnachfrage ausgelöst. Letztere ist in den Köpfen der Chemnitzer immer noch die einzige Stelle, an der Zeitkarten ausgestellt werden. Die Zahl der NetzkartennutzerInnen (Netz- und Zweilinienkarte, normal und ermäßigt) insgesamt erhöht sich im Februar von knapp 20.000 auf fast 45.000 Nutzer im Monat März.



 
 

Weitere wichtige Termine 1991:

  • Schrittweise Einbau elektronischer Entwerter
  • 11.02. Einführung Servicerufnummer 2370-333
  • 04.03. Ersatzlose Einstellung TRAM7 Morgenleite - Geibelstr.
  • 01.04. Einführung neue Unternehmensstruktur und 40 Stunden Woche für alle MitarbeiterInnen
  • 15.04. Trennung der CVAG von Chemnitz Tours
  • 01.05. Eröffnung Kundenbüro in der Reitbahnstraße
  • 06.05. Außerbetriebnahme von 12 Tatrastraßenbahn-Beiwagen aufgrund Rückgang der Beförderungsleistung
  • 14.05. Linienbetriebaufnahme erster rekonstruierter Tatra-Großzug
  • 03.07. Aufstellung erster Wartehallen
  • Installation erster stationärer Fahrausweisautomaten
  • 01.12. Eintreffen erster gekaufter Neufahrzeuge (MAN-Niederflurbusse)
 
 
 
 
 
 

1992

Umfangreichste Modernisierung der Fahrzeugflotte beginnt

1992 Tatra Bautzen
Besonders deutlich sichtbar wird im Jahr 1992 die Modernisierung des Omnibusfuhrparkes. Bereits im Vorjahr wurde begonnen, mit neuen Fahrzeugen das Leistungs- und Qualitätsangebot der CVAG zu attraktivieren und dem eintretenden Fahrgastrückgang entgegenzuwirken. Der Einsatz der neuen Niederflurtechnik soll insbesondere mobilitätseingeschränkten Fahrgästen das Ein- und Aussteigen erheblich erleichtern und es kann ein zügiger Fahrgastwechsel erfolgen, was den Verkehrsablauf beschleunigen soll. Die Neufahrzeuge bringen zusätzlich Verbesserungen für das Fahrpersonal. Die hydraulische Lenkhilfe ermöglicht so beispielsweise ein kräftesparendes Fahren. Der Fahrersitz ist anatomisch genormt und hydraulisch gedämpft und verstellbar.

Im Dezember 1991 treffen die ersten zwei Neufahrzeuge von insgesamt sechs bestellten Bussen ein. Die restlichen vier Fahrzeuge kommen im Laufe dieses Jahres. Zudem werden weitere 60 Neufahrzeuge beschafft, darunter 45 MB O405 N, zehn MAN NG 272 PL und fünf Neoplan 4014 (bereits mit ausfahrbarer Rampe). Auf den Buslinien 26 von Bahnhof Glösa nach West-/Kochstraße, 23 von Rottluff nach Zeisigwald und 31 von Fürstenstraße nach Flemmingstraße können nun die alten Ikarus-Busse komplett gegen neue Fahrzeuge ausgetauscht werden.

Am 27. Januar erleben die Fahrgäste den Austausch der bisherigen IKARUS-Busse live mit. Mit einer Umsteigeaktion auf der Linie 26 werden elf alte Omnibusse gegen neue Mercedes-Zweiachser ausgetauscht. Fahrgäste steigen an der Zentralhaltestelle aus einem IKARUS-Bus aus, um ein paar Meter weiter in den bereitgestellten Mercedes-Bus wieder einzusteigen. Für unser Fahrpersonal ist dieses Umsteigen auf modernste Niederflurtechnik eine Herausforderung. Obwohl es im Vorfeld in die neue Technik eingewiesen wurde und einige Proberunden fahren konnte, gilt es von einer zur anderen Minute und unter den Augen der Öffentlichkeit diese neue Technik zu meistern. Die zahlreichen Knöpfe am Bordcomputer sind zu Beginn ebenfalls verwirrend. Für den Bereich Straßenbahn ist die kurzfristige Beschaffung neuer Bahnen wie bisher „von der Stange“ nicht mehr möglich. Trotz der Notwendigkeit, die ältesten Fahrzeuge auszumustern und durch eine neue Generation zu ersetzen, erfordern wirtschaftliche Zwänge einen Teil der Fahrzeuge noch über einen längeren Zeitraum im Bestand zu lassen.

Daher wird bereits 1991 für unseren Straßenbahnbestand ein Modernisierungskonzept entwickelt, das eine Teil- und eine Komplettmodernisierung der Fahrzeuge vorsieht. Mit der Teilmodernisierung soll mit vertretbarem Aufwand unter anderem der Komfort für die Fahrgäste erhöht und dem Umweltschutz Rechnung getragen werden. Insgesamt werden 70 Trieb- und 35 Beiwagen während ihrer dritten Haupt-untersuchung teilmodernisiert. Augenfälligste Neuerung sind die gepolsterten Schalensitze, die für eine angenehmere Fahrt sorgen. Mit dem Tatra-Großzug 473-474-737, der am 8. Mai 1991 in den Liniendienst ging, erfolgte der Einstieg in die Modernisierung unserer Straßenbahnen. Weitere 36 Tatra-Trieb- und 14 -Beiwagen, die nach 1980 beschafft wurden und noch bis über das Jahr 2000 zur Verfügung stehen müssen, werden in der Waggonbau Bautzen GmbH bis Ende 1993 umfassend modernisiert. Die ersten beiden voll rekonstruierten Tatra-Züge gehen 1992 in den Liniendienst. Erkennbar sind die neu rekon-struierten Fahrzeuge an ihrer neuen Farbgebung – das für Tatra typische Rot entfällt und wird durch ein Blau ersetzt; abgesetzt mit Gelb finden sich hier die Stadtfarben wieder.


INFOMobil hat Premiere


Am 9. Mai 1992 hat das erste INFOMobil der CVAG seine Premiere. Ein zweiachsiger Ikarus 260 wird von Mitarbeitern der Kfz-Werkstatt speziell umgebaut. Als mobiles Informationsmittel soll er künftig dem Anspruch Werben, Informieren, Beraten und Verkaufen gerecht werden, aber auch bei Tagen der offenen Tür als flexibler Infostand bei den Kunden vor Ort zum Einsatz kommen. Zu einer Veranstaltung im Verkehrsgarten des Hauses Spektrum wird das INFOMobil mit vorbereiteten Mal-, Ideen- und Meinungswettbewerben für Kinder eingeführt.


 
 

Weitere wichtige Termine 1992:

  • 01.01. Einführung Neue Dienstkleidung
  • 10.03. Fertigstellung Sozialgebäude im Busbetriebshof Werner-Seelenbinder-Straße
  • 09.05. Erster Einsatz INFOMobil (Ikarus 260)
  • 14.05. Liniendienstaufnahme erster in Bautzen modernisierter Tatrazug (T3DM)
  • Test erster Lichtsignalanlage (LSA) für ÖPNV-Bevorrechtigung an der Kreuzung Barbarossa-/ Henriettenstraße
  • 15.07. Amtsantritt Kaufmännischer Vorstand Werner Jumpertz
  • 01.08. Wiedereinführung Abo-Verfahren und Einführung erster übertragbarer Jahreskarte
  • 10.10. Inkrafttreten neuer Unternehmensstruktur mit zwei Vorstandsbereichen
  • 02.11. Neue Direktverbindung in das Gewerbegebiet Chemnitz-Center mit STADTBUSE21 Chemnitz-Center – Ebersdorf
  • 11.11. Grundsteinlegung Busbetriebshof Werner-Seelenbinder-Straße
  • 15.12. Übergabe erste Busse mit Rampe (N4014)
 
 
 
 
 
 

1993

Erste Doppelstockbusse in Dienst gestellt

1993 5 Megashuttle
Bereits im Januar dieses Jahres übergibt die Firma Gottlob Auwärter für Testzwecke der CVAG einen Neoplan-Doppelstockbus. Dieser wird in den Folgemonaten ohne Personenbeförderung auf stark frequentierten Strecken, wie den Buslinien 21 und 49, getestet. Nur kurze Zeit später, am 4. März 1993, wird der erste Megashuttle für Chemnitz in unserer Stadt vorgestellt. Bevor er jedoch den Liniendienst aufnimmt, wird er auf eine lange Reise nach Sydney geschickt. In der australischen Großstadt ist er das Neueste auf dem Sektor des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und wird auf einem internationalen Kongress der UITP der Fachwelt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Der in nur knapp drei Monaten speziell für Chemnitz entwickelte sogenannte Megashuttle des renommierten Fahrzeugherstellers Auwärter Neoplan ist eine Weiterentwicklung des zwei Jahre vorher auf den Markt gebrachten Megaliners. Diese für den öffentlichen Personennahverkehr vorgesehene Variante bietet 180 Fahrgästen Platz. Am 14. Mai 1993 nimmt der erste von fünf Chemnitzer Megashuttles seinen Liniendienst auf. Mitte November ist die Flotte komplett und wird am 11. November der Chemnitzer Bevölkerung auf dem Theaterplatz präsentiert. Im Jahr 1997 werden für ca. zwei Jahre zwei weitere Megashuttlefahrzeuge angemietet, um das Fahrtenangebot auf der Linie 21 zu erweitern.

Die Chemnitzer Sitzplatzriesen werden zwischen 2001 und 2004 aufgrund hoher Reparaturkosten und zurückgehender Fahrgastzahlen ausgesondert. Während vier Fahrzeuge verkauft und zum Teil für den Schülerverkehr oder als Spielmobil in anderen deutschen Städten eingesetzt werden, bleibt das Fahrzeug mit der Betriebsnummer 200 der CVAG erhalten und wird zum Teil für Sonderfahrten genutzt.

Nach dem Megashuttle kommt der Minibus: Im Dezember kommt ein Kleinbus vom Typ MB O 100 City auf der Buslinie 62 zwischen Gablenz und Beutenbergsiedlung zum Einsatz. Dieses Neufahrzeug ist ein in Zusammenarbeit von Mercedes Benz mit dem niederländischen Unternehmen Duvedec entwickelter Minibus und bietet insgesamt 21 Fahrgästen Platz.
 
 

Weitere wichtige Termine 1993:

  • 21.01. Eintreffen fünfzigster Mercedes-Standard-Niederflurbus
  • 27.01. Baubeginn Trasse der TRAM 4 Hutholz – Am Flughafen
  • 11.02. Vertragsunterzeichnung über Bau und Lieferung eines Prototyps Variobahn mit ABB Henschel Waggonbau Union
  • 04.03. Vorstellung erster Megashuttle in Chemnitz
  • 10.03. Präsentation 1:1-Modell der Variobahn auf der Leipziger Messe
  • 01.05. Herausgabe erstes Kundenjournal
  • 14.05. Erster Megashuttle im Liniendienst
  • 18.10. Richtfest Busbetriebswerkstatt Werner-Seelenbinder-Straße
  • 11.11. Präsentation Megashuttle-Flotte auf dem Theaterplatz
  • 05.12. Erstes Subuntenehmen mit Linienverkehr betraut
  • 17.12. Offizieller Baggeraushub für den neuen Straßenbahnbetriebshof Adelsberg
  • 30.12. Eintreffen Prototyp der Variobahn
 
 
 
 
 
 

1994

Neue Busbetriebswerkstatt in der Werner-Seelenbinder-Straße

1994 WSS
Ein herausragendes Ereignis im Jahr 1994 ist die Übergabe der neuen Betriebswerkstatt im Busbetriebshof Werner-Seelenbinder-Straße. Lange Zeit wurden nur umgebaute Straßenbahnanlagen als Buswerkstätten genutzt. Unwirtschaftliche Leerfahrten für örtlich voneinander getrennte Werkstätten und Abstellanlagen waren die Folge. Um diesem entgegenzuwirken, wurde am 11. November 1992 an der Busabstellfläche Werner-Seelenbinder-Straße der Grundstein für den ersten Busbetriebshof gelegt. Auf den Tag genau zwei Jahre später kann dieser schließlich eingeweiht werden. Die moderne Werkstatt besteht nun aus:
  • Betriebswerkstatt mit fünf Fahrspuren und zehn Arbeitsständen
  • Buswaschanlage
  • Tankstelle
  • Instandhaltungswerkstatt mit Teilewerkstätten für Mechaniker, Lager sowie Reifen- und Batteriedienst

In den Folgejahren wird der Betriebshof erweitert um:
  • eine Erdgas-Tankstelle 1997 (Betreiber sind die Stadtwerke Chemnitz AG, später eins energie in sachsen)
  • eine dreischiffige Abstellhalle 1998
  • den Anbau der Inspektionshalle und den Einzug der Hauptwerkstatt im Jahr 2000.

Nun ist der Neubau-Komplex abgeschlossen und die Kfz-Werkstatt unter „Dach und Fach“.

Bereits im Mai 1994 wird das Betriebsdienstgebäude als Sitz von Abteilungs- und Einsatzleitung des Busfahrdienstes eingeweiht. Der Achteckbau bildet mit dem bereits 1992 fertiggestellten Sozialgebäude den Eingangsbereich des neuen Busbetriebshofes.


Erste Busspur in Chemnitz freigegeben


Die erste Busspur in Chemnitz wird am 6. Mai freigegeben. Auf einer Länge von etwa 300 Metern fahren unsere Busse nun von der Zentralhaltestelle in Richtung Falkeplatz am Stau vorbei. In der Hauptverkehrszeit bringt die Busspur einen Reisezeitgewinn von bis zu zehn Minuten pro Stunde. So kann Zeit für über 50 Busse gewonnen werden. Weniger Stehzeiten bringen zudem eine erhebliche Verringerung der Umweltbelastung. Weitere Busspuren werden im Jahr 1995 vom Sporthaus bis zum Falkeplatz für die Linien 21 und 26 übergeben sowie an der Überfahrt Kaufhof für die Linien 32 und 41. Im Oktober 1998 folgt die Übergabe auf der Frankenberger Straße für die Linien 21, 22, 40 und 52, wodurch zusätzliche wertvolle Reisezeit gewonnen werden kann.


Sicherheitsfirma zum verbesserten Service eingesetzt


Aufgrund verstärkt auftretendem Vandalismus und häufigen Sachbeschädigungen in Bus, Bahn und Haltestelleneinrichtungen erwog der Vorstand, eine Sicherheitsfirma für die CVAG und ihre Kunden einzusetzen. Den Fahrgästen kann so eine verbesserte Qualität geboten werden. Gleichzeitig kommen mehr Fahrausweisprüfer zum Einsatz. Nach einer entsprechenden Ausschreibung betraute die CVAG die Firma Götz mit diesem Auftrag. Die Sicherheits-Mitarbeiter sind Ansprechpartner für Fahrgäste und potenzielle Neukunden. Auskünfte geben, Fahrausweiskontrollen durchführen und Sicherheit vermitteln, bilden die vordergründigen Aufgaben.


 
 

Weitere wichtige Termine 1994:

  • 17.02. Rollout Variobahn 601
  • 25.03. Eingemeindung Euba – ÖPNV-Anbindung mit STADTBUS44 Gablenzplatz-Euba ab 01.11.
  • 06.05. Freigabe der ersten Busspur zwischen Zentralhaltestelle und Rosenhof
  • 27.05. Aufnahme Liniendienst der Variobahn auf der TRAM1 Schönau-Gablenz
  • 23.06. Grundsteinlegung Straßenbahnbetriebshof Adelsberg
  • Juni: Umzug Verkehrsleitstelle von der Reitbahnstraße in den Busbetriebshof Werner-Seelenbinder-Straße
  • 21.09. Auflösung Busabstellfläche Fabrikstraße
  • 01.10. Erstes Semesterticket für Chemnitzer StudentInnen
  • 03.11. ÖPNV-Anbindung STADTBUS54 Neefepark-Zentralhaltestelle
  • 03.11. Richtfest Straßenbahnbetriebshof Adelsberg
  • 11.11. Einweihung Busbetriebshof Werner-Seelenbinder-Straße
 
 
 
 
 
 

1995

Neuer Straßenbahnbetriebshof Adelsberg

1995 Baustart Adelsberg
Bereits seit 1974 wurde für die Straßenbahn ein neuer Betriebshof geplant, ohne dass es zu einer Realisierung gekommen ist. Nach der politischen Wende plant die Stadt nun das Straßenbahnnetz zu erweitern und neue moderne Niederflurfahrzeuge einzusetzen. Der Bau des neuen Betriebshofes wird nun unumgänglich. Am 17. Dezember 1993 führte Oberbürgermeister Dr. Peter Seifert im Beisein von Vertretern aus Politik und Wirtschaft den ersten symbolischen Baggeraushub in Adelsberg aus. Zur Grundsteinlegung am 23. Juni 1994 wurde eine aktuelle Tagesausgabe der Freien Presse, eine Ausgabe der Mitarbeiterzeitung Richtungslampe, ein Liniennetzplan, Münzen und Fahrausweise in den Grundstein eingelassen. Im Foyer des Verwaltungsgebäudes ist der Grundstein noch heute zu sehen.

Nach nur zwei Jahren Bauzeit ist es am 5. Oktober 1995 soweit: Deutschlands modernster Straßenbahnhof wird fertiggestellt und in Betrieb genommen. Überwiegend sächsische Firmen schufen in Rekordzeit ein architektonisch und technologisch hochmodernes Ensemble. Es sind alle Voraussetzungen geschaffen, um Wartung, Pflege und Reparatur von modernen Straßenbahnen durchführen zu können. Auch die Arbeitsbedingungen für die FahrerInnen, das Werkstattpersonal sowie das kaufmännische Personal haben sich stark verbessert.Zum Tag der offenen Tür strömen Tausende Interessierte in den neuen Straßenbahnbetriebshof und können den Nahverkehr zum Anfassen und weitere kulturelle Höhepunkte erleben.

Auf dem etwa zwei Hektar großen Areal sind Haupt- und Betriebswerkstatt sowie eine Abstellhalle so dimensioniert, dass sie auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden können. Dass dies die richtige Entscheidung war, wird sich Jahre später noch zeigen.

Das traditionsreiche Chemnitzer Unternehmen Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH liefert für den neuen Straßenbahnbetriebshof eine hochmoderne Unterflurradsatzprofiliermaschine und erhält mit diesem Referenzobjekt den Einstieg in den europä-ischen Markt nach der Umfirmierung. Die Unterflur-Vollprofil-Fräsbearbeitung, bei der die Radreifen am Fahrzeug verbleibend bearbeitet werden, ist eine neue Technologie für Europa, die aus den USA übernommen und weiterentwickelt wurde.


Variobahn unterwegs in Skandinavien


Neben einem Besuch in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin, hat unsere Variobahn nicht nur in Deutschland, sondern weltweit für Aufsehen gesorgt und die Stadt Chemnitz und unser Unternehmen bekannt gemacht. Fachleute aus Industrie und Verkehr zeigen höchstes Interesse. Im Februar 1995 beginnt die Variobahn eine sechswöchige „Dienstreise“ nach Skandinavien. Die Reise führt in die nordischen Stadtmetropolen Oslo, Stockholm und Göteborg. Dort interessiert man sich besonders für die Technik, denn man möchte selbst derartige Stadtbahnen zum Einsatz bringen. Für unsere Variobahnspezialisten ist die Reise spannend, kann man die Bahn nun einmal bei extremen Winterbedingungen testen. Die Fachleute und Spezialisten loben dabei auch die Zuverlässigkeit beim Einsatz unter verschiedenen Gleiszuständen, höheren Fahrleitungsspannungen und die unterschiedlichsten Transporte während dieser Reise. Wieder einmal hat sich die Variobahn bewährt und für positives Aufsehen gesorgt.


Europäischer Ansporn für den öffentlichen Verkehr

Die langfristigen Strategien und beispielhaften Aktivitäten der letzten Jahre, insbesondere auch bei der CVAG, bringen der Stadt Chemnitz Ende des Jahres die Auszeichnung „Europäischer Preis des öffentlichen Verkehrs 1995“. So wurden unter anderem in zwei Jahren zwei Weltneuheiten in unser Nahverkehrsnetz gebracht, zwei Betriebshöfe neu gebaut und der Fuhrpark stark modernisiert.



 
 

Weitere wichtige Termine 1995:

  • 09.02. Eröffnung der zweiten Busspur an der Theaterstraße
  • Februar: Variobahn auf Skandinavien-Reise bis März
  • 11.03. Überführung historischer Fahrzeuge aus dem ehemaligen Betriebshof Altendorf infolge von Umbauarbeiten zum Handwerkerhof
  • 01.04. Beginn Taxi-Ruf-Service für Fahrgäste in Bussen und Bahnen
  • 24.04. Eröffnung Kundenzentrum An der Alten Post, zweites Obergeschoss
  • Juni: Umzug Bus-Hauptwerkstatt nach Altchemnitz und Freizug Heinrich-Schütz-Straße
  • 01.08. Lieferung Unterflur-Radsatzprofiliermaschine
  • 05.10. Offizielle Einweihung neuer Straßenbahnbetriebshof Adelsberg – Auflösung Straßenbahnhauptwerkstatt Kappel nach 115 Jahren
  • 01.12. Räumung Omnibuswendeplatz Moritzstraße infolge Bautätigkeit
 
 
 
 
 
 

1996

Der City-Bus

1996 Citybus
Mit dem Ziel, die Innenstadt zu beleben, wird am 3. Juni die City-Linie in Betrieb genommen. Zunächst gilt es, diese als Probebetrieb aufzunehmen. Der eingesetzte Kleinbus verbindet auf 5,6 Kilometern die Einkaufszentren, Wochenmärkte und Fußgängerzonen. Unterwegs gibt es Stopps an 20 Haltestellen. Besonders für ältere Bürger stellt dies eine starke Verbesserung für deren Mobilität dar. Mitinitiatoren dieser Linie sind der Verein Chemnitz macht Dampf e.V. und die Händlergemeinschaft Innenstadt. Die Linie mit der innerbetrieblichen Bezeichnung „77“ verkehrt ab Markthallenvorplatz über Georgbrücke, Brühl, Hauptbahnhof, Steinerner Wald, Brückenstraße, Moritzstraße, über die Busspur zur Zentralhaltestelle, weiter über den Markt und die Innere Klosterstraße zurück zur Markthalle. Fußgängerbereiche, wie Brühl und Innere Klosterstraße, werden in Schrittgeschwindigkeit durchfahren. Der Bus tourt montags bis samstags im 30-Minuten-Takt. Der Bestand der City-Linie wird davon abhängig gemacht, wie die Chemnitzer diese annehmen und wie die von der Linie tangierenden Händler der Innenstadt bereit sind, einen Zuschuss für die City-Linie zu zahlen. Eine Subventionierung ist nicht vorgesehen.

Fazit nach den ersten sechs Monaten: Die Fahrtroute wird nach dem Motto „Chemnitz erleben“ selbst von Nichtchemnitzern als „Kleine Stadtrundfahrt“ gut angenommen. Dennoch bleibt zum wirtschaftlichen Ergebnis ein Fehlbetrag. Der Testbetrieb wird trotzdem vorerst aufrechterhalten. Drei Jahre später, am 4. September 1999, feiert der City-Bus auf dem Seeberplatz an der Markthalle sein dreijähriges Bestehen und ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Anlässlich dieses Jubiläums führt die CVAG im Herbst die „GANZ BESONDERE TOUR“ ein, die zusätzlich an verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeiführt und den Citybus noch interessanter machen soll. Mit der neuen Fahrtroute soll sich der Shoppingbus zum Stadtrundfahrtenbus mit neuer Qualität entwickeln. Vorbei an historischen Sehenswürdigkeiten erweckt er nun auch die Aufmerksamkeit für die Vielfalt und Schönheit der Stadt. Der neue Preis beträgt über den ganzen Tag eine D-Mark und berechtigt die Fahrgäste zur Fahrtunterbrechung. Im Jahr 2003 wird mit den Angebotsreduzierungen auch die City-Bus-Linie als solche eingestellt. Die Erschließung des Gebietes Brühl Nord bleibt unter anderem in der neuen Quartierbuslinie 56 erhalten.

 
 

Weitere wichtige Termine 1996:

  • 01.01. CVAG wird Gesellschafter der neu gegründeten Parkeisenbahn gGmbH
  • Januar: Umzug Verkehrsleitstelle von der Werner-Seelenbinder-Straße in den Straßenbahnbetriebshof Adelsberg
  • 03.06. Inbetriebnahme der City-Linie
  • 24.07. Bezug neuer Räume im Betriebshof Altchemnitz durch die Leitstellen für Verkehr und Bahnstrom
  • Oktober: Weiterbau der Straßenbahntrasse Stollberger Straße – bisherige Verzögerung durch langwierige Verhandlungen um den Verkauf von Grundstücken entlang der Trasse
  • 25.11. Beginn der Gleisbauarbeiten Ecke Bahnhof-/ Brückenstraße für die neue Gleistrasse in der Brückenstraße – Voraussetzung für den bevorstehenden Umbau der Zentralhaltestelle und den Weiterbau der TRAM4 Hutholz – Am Flughafen
 
 
 
 
 
 

1997

CVAG gibt Gas – Erdgastankstelle eröffnet

1997 Erdgastankstelle
Am 12. Oktober eröffnet die CVAG gemeinsam mit den Stadtwerken die erste öffentliche Erdgastankstelle in Chemnitz. Sie befindet sich auf dem Busbetriebshof an der Werner-Seelenbinder-Straße. Der Vorteil des Erdgases besteht in seiner Umweltfreundlichkeit. Im Vergleich zum Schadstoffausstoß von Dieselmotoren sinkt die Umweltbelastung um fast 80 Prozent, womit die strengen Vorschriften der EURO-3 Norm erfüllt werden.

Erdgas ist ein idealer Treibstoff für Motoren. Sein Hauptbestandteil sind brennbare Kohlenwasserstoffe in Form von Methan, ein für den Mensch ungiftiges Gas. Schwefel und seine Verbindungen sind in Erdgas-Emissionen praktisch nicht vorhanden. Der Anteil der Stickstoffoxide (NOx), die bei einem Verbrennungsvorgang produziert werden, lässt sich gering halten. Zusätzlich entstehen bei der Erdgasverbrennung keine Rußpartikel. Die Busse sind wesentlich leiser als ein herkömmliches Dieselfahrzeug.

Um ein weiteres Zeichen pro Natur zu setzen, werden zwei erdgasbetriebene Omnibusse sowie drei Servicefahrzeuge in unserem Betrieb eingesetzt. Der Einsatz von Erdgasbussen, vor allem auf Strecken mit vielen Haltepunkten und Stauphasen, kann zu einer enormen Reduzierung belastender Abgase beitragen. Eine sauberere Luft und weniger Lärm sind die Folge.


Straßenbahntrasse Brückenstraße fertiggestellt


Nach achtmonatiger Bauzeit, zehn Mio. DM Baukosten und 14 aufgestellten Weichen wird am 6. August die neue, knapp 500 Meter lange Straßenbahntrasse Brückenstraße eröffnet. Diese ist für Wendefahrten sowie als Umfahrungsstrecke in der Innenstadt während des Umbaus an der Zentralhaltestelle und der Straße der Nationen notwendig. Damit werden die Aufrechterhaltung des Straßenbahnbetriebes und die Anbindung an den Hauptbahnhof gewährleistet.

Die Oldi-Tram LOWA 1102 (später 801) ist als Erste auf der neuen Strecke unterwegs. Die CVAG kreiert einen Sonderfahrausweis für zwei DM, mit dem man so oft wie man will an diesem Tag fahren kann.


Neue Serviceangebote für unsere Fahrgäste


In diesem Jahr erfolgt die Neuauflage des SemesterTickets für 60 DM pro Semester. Ab dem Wintersemester 1997/98 sind eingeschriebene Studenten der TU Chemnitz-Zwickau berechtigt, jederzeit alle Linien der CVAG zu nutzen. Weiterhin ist der bargeldlose Nahverkehr ab Dezember möglich. Der Ticketverkauf im Servicezentrum ist nun auch per EC-Card anwendbar. Zuvor war der Verkauf lediglich auf Bargeld oder Schecks beschränkt. Eine weitere Neuerung ergibt sich durch die Gründung des Zweckverbandes Verkehrsbund Mittelsachsen (ZVMS). Ziel ist es, sich mit anderen Verkehrsunternehmen zu verbünden, um den Nahverkehr für Fahrgäste attraktiver, gleichzeitig aber bezahlbar zu machen. Die Mitglieder sind die beiden kreisfreien Städte Chemnitz und Zwickau sowie die Landkreise Aue-Schwarzenberg, Annaberg, Chemnitzer Land, Freiberg, Mittlerer Erzgebirgskreis, Mitweida, Stollberg und Zwickauer Land. Hauptaufgaben sind hierbei, abgestimmte Verkehrsangebote und einen flächendeckenden Einheitstarif zu schaffen. Ende Mai des darauffolgenden Jahres 1998 entsteht der erste Verbundfahrplan.


 
 

Weitere wichtige Termine 1997:

  • Januar: Vertragsabschluss zur Lieferung von 23 Variobahnen ab Oktober 1998
  • 01.02. 75 Jahre städtischer Omnibusverkehr in Chemnitz
  • März: Gründung City-Bahn Chemnitz GmbH als Tochterunternehmen der Autobus GmbH Sachsen und der CVAG
  • April: Richtfest Brückenneubau der TRAM4 Hutholz – Am Flughafen über den Südring sowie Neubau an der Buswendeanlage Straße Usti nad Labem und Am Flughafen
  • 01.06. Koordination des Angebotes mit der Autobus GmbH Sachsen auf den Linien 47/T-253 Schönau – Oberrabenstein (- Limbach-Oberfrohna, OT Rußdorf)
  • 14.07. Verabschiedung Kaufmännischer Vorstand Werner Jumpertz nach fünfjähriger Amtszeit
  • 31.07. Übergabe erster Halbschranken-Straßenübergang Guerickestraße
  • 06.08. Eröffnung der neuen Straßenbahntrasse Brückenstraße
  • 12.10. Eröffnung erste öffentliche Erdgas-Tankstelle in Chemnitz im Busbetriebshof in der Werner-Seelenbinder-Straße
  • 15.10. Verlängerung STADTBUS54 Neefepark – Sachsen-Allee

 
 
 
 
 
 

1998

Zentraler Verkehrsknoten verändert sich

1998 Fahrausweisautomaten
Umfangreiche Baumaßnahmen zur Neugestaltung der Zentralhaltestelle

Mit der Neugestaltung der Chemnitzer Innenstadt entsteht auch ein neues Zentrum für den öffentlichen Personennahverkehr. Umfangreiche Leitungsverlegungen im Bereich der Zentralhaltestelle sind ab Ende November 1998 der Auftakt der Neugestaltung, nachdem 1995 der Omnibuswendeplatz an der Moritzstraße bereits aufgegeben werden musste. Die bisher über die Rathausstraße verkehrenden Buslinien werden vorübergehend über die stillgelegten Gleise der alten Zentralhaltestelle geführt. Bis zum Spätherbst 1999 ist der zentrale Umsteigepunkt inmitten der Stadt eine Großbaustelle und verlangt von allen Verkehrsteilnehmern, ob Fußgänger, Radfahrer, Straßenbahn- oder Busfahrer sowie Pkw-Fahrer, höchste Aufmerksamkeit und Konzentration.

Am 12. April 1998 beginnt mit dem Abbruch des Fußgängertunnels in der Bahnhofstraße eine weitere Etappe der Baumaßnahme Zentralhaltestelle. Die Verlegung weiterer Versorgungsleitungen und eines Hilfsgleises zwischen Reitbahn- und dem westlichen Teil der Bahnhofstraße schaffen Baufreiheiten in der Rathausstraße sowie für die Erschließung des Baufeldes A (Kaufhof) auf der südlichen Seite der Bahnhofstraße.


Funktionaler Aufbau und moderne Ausstattung der neuen „Zenti“


Insgesamt spielte die Funktionalität bei der Planung der neuen Zentralhaltestelle eine große Rolle. Möglichst kurze Umsteigewege waren inhaltlicher Schwerpunkt. Die Bahnsteige werden in die Rathaus- und in die Bahnhofstraße verschoben. Die Rathausstraße nimmt insgesamt vier Fahrspuren auf, zwei sind reine Busspuren und zwei werden von Bus und Bahn gemeinsam genutzt, was eine Neuheit für Chemnitz darstellt. Der Bus fährt hier auf dem Gleisbett der Straßenbahn. Weitere vier Bahnsteige entstehen in der Bahnhofstraße. Entgegen dem Urzeigersinn von der früheren Kaufhof-Filiale (jetzt DAStietz) in der Bahnhofstraße zur neuen Galeria Kaufhof Niederlassung werden die Haltestellen mit Buchstaben bezeichnet.

Alle Bahnsteige sind überdacht, die Beleuchtung und die Befestigung der Fahrleitungsanlage sind in die Dächer integriert. Pro Bahnsteig sind mehrere Sitzgruppen angeordnet. Zusätzlich sorgen sogenannte Lehnelemente, an denen man sich stehend anlehnen kann, für entlastendes Stehen.

Ein wichtiger Aspekt sind die Fahrgastinformationen. Modernste Auskunftssysteme werden hier wirksam. Die bislang nur statischen Haltestellenaushänge werden durch optische und akustische Informationsmedien ergänzt. 24 dynamische Informationsanzeigen quer zu den Bahnsteigen zeigen die Linie, das Ziel und die Abfahrtszeit der an diesem Bahnsteig abfahrenden Verkehrsmittel aktuell an. Die auf die Zentralhalstelle zufahrenden Busse und Straßenbahnen werden unmittelbar vor dem Erreichen ein Signal an diese Anzeigen absenden, sodass die tatsächliche Abfahrt angezeigt werden kann. Auf den Displays können zusätzliche Informationen zum Verkehrsgeschehen, zur Stadt oder auch Werbung ausgestrahlt werden. Diese für die CVAG neue Form der Fahrgastinfo bietet den Vorteil, auch auf aktuelle Situationen zu reagieren und Hinweise zu Veränderungen im Verkehrsablauf geben zu können. Zusätzlich kann eine Lautsprecherdurchsage den Service komplettieren. Darüber hinaus bieten insgesamt 23 Informationsvitrinen (13 große und zehn kleinere) die bekannten Informationen aus den Fahrplankästen, wie den Haltestellenumgebungsplan, den Liniennetzplan, die Tarifinformationen und den Aushangfahrplan für die am jeweiligen Bahnsteig haltenden Linien. Im Falle der Gefahr bieten fünf Notrufsäulen für den Fahrgast die Möglichkeit Hilfe anzufordern.


Neue Fahrwege geschaffen

Das Kreuzen der Fahrwege wurde auf ein Minimum reduziert. So ist ein Linksabbiegen der Omnibusse aus der Bahnhof- in die Rathausstraße nicht mehr vorgesehen. Auch ist das Rechtsabbiegen der Straßenbahn aus der Rathausstraße günstiger für den übrigen Fahrverkehr. Die aus der Reitbahnstraße kommenden Straßenbahnen biegen rechts beziehungsweise im Bedarfsfall auch links ab.
Am 7. Oktober 1999 wird mit der Aufnahme des Omnibusverkehrs über die neuen Bahnsteige in der Rathausstraße das erste Teilstück der neuen Zentralhaltestelle in Betrieb genommen. Die Straßenbahnlinien folgen hier am 15. Oktober. Die Bahnsteige in der Bahnhofstraße sind ab 24. Dezember 1999 nutzbar. Die neue Busspur ab der Zschopauer Straße bis zum Rosenhof/Falkeplatz verkürzt die Fahrzeiten der Busse.

 
 

Weitere wichtige Termine 1998:

  • 12.01. Ausstattung aller Busse und Bahnen mit den neuen bargeldlosen Ticketautomaten
  • Januar: Indienststellung erste zwei erdgasbetriebenen MB-Busse
  • 15.02. Indienststellung weiterer fünf Niederflur-Gelenkbusse, darunter der hundertste Omnibus mit dem Stern als Markenzeichen
  • März: Stilllegung Anschlussbahn Altendorf (CVAG-Gleisanschluss an die Deutsche Bahn AG)
  • 12.04. Abbruch Fußgängertunnel in der Bahnhofstraße
  • 30.04. Eröffnung Service-Pavillon an der Zentralhaltestelle; ersetzt nach 30 Jahren den bisherigen Verkaufskiosk vor dem Gesundheitsamt
  • 24.05. Einführung haltestellenunabhängiger Zwischenhalt der Busse nach 20:00 Uhr
  • 24.05. Fahrplanwechsel mit erstmaligen Gemeinschaftsfahrplan des Verbundgebietes Mittelsachsen im neuen einheitlichen Taschenfahrplanformat
  • 01.10. Erstes Kundenbegleiterteam im Einsatz
  • 23.10. Beginn Auslieferung der Serie Variobahn
  • 30.10. Einrichtung separate Busspur von der Haltestelle Max-Saupe-Straße bis zum Bahnhof Hilbersdorf
  • 02.11. Freigabe Trassenabschnitt TRAM4 Wladimir-Sagorski-Straße – Am Flughafen
  • 11.11. Gründung Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH (VVHC)
  • 16.11. Einweihung Abstellhallen auf dem Busbetriebshof Werner-Seelenbinder-Straße
 
 
 
 
 
 

1999

Neues Mobilitätszentrum eröffnet

1999 Cetroliner
Am 16. Dezember 1999 eröffnet die Chemnitzer Verkehrs-AG ihr neues Mobilitätszentrum an der Zentralhaltestelle in der Rathausstraße. Es ersetzt das bisherige ServiceCenter in der Alten Post. Ebenerdig und in unmittelbarer Nähe zu den Umsteigebahnsteigen der Busse und Bahnen ist es unkompliziert für alle zu erreichen. Modern und zweckmäßig erfolgt die Raumgestaltung. Separate Verkaufs- und Informationsinseln ermöglichen eine individuelle Bedienung und Beratung der Kunden. Bei großem Besucherandrang bieten Sitzgruppen Platz zum Verweilen.

Alle Serviceleistungen sind jetzt unter einem Dach. Neben Fahrausweisen für die Verkehrsmittel der CVAG erhalten Fahrgäste nun auch Tickets für den Regionalverkehr innerhalb des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS). ServicemitarbeiterInnen beraten über die Tarifangebote und geben Auskünfte zum Fahrplan oder zu Verkehrsverbindungen zu den verschiedensten Zielen. Ebenfalls werden Kritiken und Hinweise entgegengenommen oder im persönlichen Gespräch direkt vor Ort geklärt. Die Abonnementbearbeitung ist hier ebenso angesiedelt wie auch die neue Stelle für Erhöhtes Beförderungsentgelt. Fahrgäste, die mit ungültigem Fahrschein angetroffen werden, können ihre Belange jetzt stadtzentral klären. Darüber hinaus wirbt die CVAG mit zusätzlichen Angeboten für eine neue Qualität des Kundendienstes. Dazu gehören der Vertrieb touristischer Leistungen in Zusammenarbeit mit der Chemnitzer Tourist-Information insbesondere an Wochenenden, der Vertrieb von Eintrittskarten zu Veranstaltungen, die Taxivermittlung oder die Beratung bei der Nachfrage zum CarSharing.


Fahrgastbeirat als Bindeglied zu den Bürgern


Am 3. März konstituiert sich der Fahrgastbeirat für den Chemnitzer Nahverkehr. Er zählt 16 Mitglieder aus dem gesamten Stadtgebiet, jeweils zur Hälfte weiblichen und männlichen Geschlechts. Die Altersspanne reicht von 17 bis 76 Jahren. Die Mitglieder sind alle Vielfahrer von Bus und Bahn. In den Folgejahren engagieren sie sich aktiv bei der Lösung der Probleme um den ÖPNV in Chemnitz. Der regelmäßige Austausch von Erfahrungen und Anregungen soll helfen, das Angebot verstärkt am Kunden auszurichten.


Verkehrsangebot erweitert

Im selben Jahr werden neue Nahverkehrsanbindungen in die Stadtrandteile geschaffen. Mit den Eingemeindungen von Röhrsdorf, Wittgensdorf, Grüna und Mittelbach Ende der Neunziger Jahre werden diese neuen Stadtteile von Chemnitz an das Netz des innerstädtischen Nahverkehrsnetzes angebunden. Weiterhin wird der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) am Schillerplatz fertiggestellt. Mit der Wiedereröffnung des Omnibusbahnhofes am 20. Dezember erhalten vier Buslinien der CVAG hier ihre Endstelle.


Neue Fahrzeuggenerationen treffen ein

Variobahnen sorgen für Aufsehen im Chemnitzer Stadtbild
Mit einem feierlichen Rollout übergibt das Herstellerkonsortium am 31. März die ersten fünf Variobahnen aus der Serienproduktion an die Chemnitzer Verkehrs-AG. Die Zweirichtungsfahrzeuge sind zunächst für die im Bau befindliche Trasse Stollberger Straße vorgesehen. Überzeugendster Vorteil für die Fahrgäste ist der 100-prozentige Niederfluranteil sowie der breite Durchgang durch das gesamte Fahrzeug. Weitere 18 Variobahnen werden bis zum Jahr 2000 erwartet, die Schritt für Schritt einen Teil der Tatra-Straßenbahnen ersetzen werden.

Komplette Busflotte jetzt niederflurig: Centroliner leiten das klimatisierte Zeitalter ein
Seit dem Frühjahr rollen drei Gelenkbusse vom Typ Centroliner des Herstellers Neoplan auf den Straßen von Chemnitz und ziehen mit ihrem neuen Design die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Es sind die ersten klimatisierten Omnibusse im Linienverkehr der CVAG. Sie stellen damit eine noch überzeugendere Alternative zum Pkw dar. Der letzte Ikarus scheidet am 28. September aus dem Liniendienst aus. Unsere Busflotte ist jetzt komplett mit Niederflurtechnik ausgestattet.

 
 

Weitere wichtige Termine 1999:

  • 03.03. Konstitution Fahrgastbeirat CVAG
  • 31.03. Rollout erste fünf Variobahnen in Zweirichtungsbauart
  • März: Erste klimatisierte Omnibusse (Centroliner) im Einsatz
  • 01.04. Buswerkstatt wird Vertragswerkstatt für Neoplan-Omnibusse
  • 04.09. Feier drei Jahre City-Bus auf dem Seeberplatz an der Markthalle
  • 28.09. Verabschiedung letzter Ikarus aus dem Liniendienst
  • 07.10. Übergabe erstes Teilstück der Zentralhaltestelle: Aufnahme Omnibusverkehr über die neuen Bahnsteige in der Rathausstraße – Straßenbahnen folgen am 15.10.
  • 01.12. Einführung STADTBUS25 Chemnitz-Center – Röhrsdorf
  • 01.12. Freigabe Trassenabschnitt TRAM4 Am Flughafen – Goetheplatz
  • 16.12. Eröffnung neues Mobilitätszentrum
  • 20.12. Wiedereröffnung Omnibusbahnhof (ZOB)
  • 24.12. Weiterer Abschnitt der Zentralhaltestelle nutzbar
 
 
 
 
 
 

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